Schluss mit grausamen Jagdpraktiken!

In der Schweizer Jagdlandschaft spielt sich seit Jahren ein stilles Drama ab: Niederwild wie Füchse, Dachse, aber auch Krähen und viele weitere Wildtiere und Vögel werden in manchen Kantonen noch immer mit Methoden gejagt, die aus einer anderen Zeit stammen – und dennoch bis heute Realität sind. 

Die Niederjagd und Passjagd sind Formen der Jagd, die nicht nur ethisch hochproblematisch sind, sondern auch ökologisch kontraproduktiv. Gemeinsam mit ACT.Campax.org lancieren wir deshalb eine Petition, die sich entschieden gegen diese jagdlichen Auswüchse richtet.

as ist Passjagd – und warum ist sie so problematisch?

Die sogenannte Passjagd ist eine besonders problematische Form der Jagdausübung, die in der Schweiz nach wie vor erlaubt ist. Von November bis Ende Februar, mit nächtlicher Freigabe zwischen 17.30 und 06.30 Uhr, dürfen Füchse, Dachse, Marder, Waschbären und Bisamratten gezielt geschossen werden – teils auch mithilfe von Abschussprämien. Die Passjagd darf aus Häusern, Ställen oder anderen festen Gebäuden (Bretterhütten und dergleichen) auch in Wohngebieten ausgeübt und es dürfen Köder (Luder, Fleisch-/ Fischresten) auf sogenannten «Luderplätzen» ausgelegt werden, um das «Raubwild» anzulocken. Brisant dabei ist, dass so auch Wölfe angelockt werden.

Diese Form der Jagd hat nichts mit Wildtiermanagement oder ethischer Regulierung zu tun, sondern ist ein gezieltes Abschussprogramm gegen nachtaktive Wildtiere, die gerade in dieser Zeit unter besonders hohem Stress stehen – etwa im Winter, wenn Nahrung knapp ist oder bereits Paarungszeit beginnt. Mit einem entsprechenden Jagdpatent oder Passjagdpatent dürfen Jäger:innen laut Verordnung ganze Nächte auf Tiere warten, um sie aus dem Hinterhalt zu erlegen. 

Und die Niederjagd?

Die Niederjagd erlaubt es, Niederwild wie Füchse, Dachse oder Marder im Herbst / Winteranfang zu bejagen. Dabei wird die biologische Rolle dieser Tiere völlig verkannt. Füchse etwa regulieren auf natürliche Weise die Populationen von Mäusen und Ratten – ein Dienst, der der Landwirtschaft zugutekommt und Pestizide einsparen könnte.

Unglaublich und das im 21-Jahrhundert!

Noch absurder: In einigen Kantonen werden immer noch Abschussprämien auf Füchse, Dachse oder Krähen bezahlt, als wären sie «Schädlinge». Dabei weiss man längst, dass diese Tiere in natürlichen Ökosystemen wichtige Rollen spielen – etwa als Gesundheitspolizei oder natürliche Schädlingsregulierer.

Kein Platz in einer modernen Wildtierpolitik

Diese Jagdmethoden widersprechen heutigen Grundsätzen von Tierschutz, Wildökologie und verantwortungsvollem Umgang mit der Natur. Während sich viele Länder in Europa von solchen Praktiken distanzieren, halten einige Schweizer Kantone noch immer daran fest – oft unter dem Deckmantel der Tradition oder «Bestandsregulierung». Doch was wirklich dahintersteckt, ist ein strukturelles Versagen, sich von überholten Jagdlobbys zu emanzipieren.

Petition gegen Auswüchse in der
Schweizer Jagd gestartet

Der Verein Wildtierschutz Schweiz lanciert gemeinsam mit der zivilgesellschaftlichen Organisation ACT.Campax eine nationale Petition gegen überholte und ethisch fragwürdige Jagdpraktiken in der Schweiz. Die Petition richtet sich insbesondere gegen die Niederjagd, die Passjagd sowie gegen die nach wie vor in einigen Kantonen bezahlten Abschussprämien für Tiere wie Füchse, Dachse, Raben und Krähen.

Die gezielte Bejagung von sogenannten «Schadtieren» widerspricht nicht nur dem heutigen Verständnis von Biodiversitätsschutz, sondern ignoriert auch den ökologischen Nutzen dieser Tiere.

Niederwild wie Fuchs, Dachs und Krähe sind nützlich – keine Schädlinge!

Wissenschaftliche Studien belegen längst, dass Tiere wie Füchse und Dachse eine zentrale Rolle in gesunden Ökosystemen spielen: Sie regulieren Nagerpopulationen, sorgen für den Abbau von Aas und tragen zur Gesundheit von Böden bei – auch im landwirtschaftlichen Kontext. Raben und Krähen erfüllen ähnliche Funktionen und sind ein wichtiger Teil des natürlichen Gleichgewichts.

Wer heute noch Prämien für den Abschuss dieser Tiere bezahlt, betreibt rückwärtsgewandte Symbolpolitik. Die Darstellung dieser Tiere als Schädlinge ist wissenschaftlich nicht haltbar und gesellschaftlich nicht mehr akzeptabel.

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